Mittwoch, 8. Dezember 2010

Expo Ibero

Die zweite Note ist eingestrichen: 9 von 10 Punkten im Medienkurs! :)
Ich habe den festen Entschluss gefasst in Deutschland mein Studium zu schmeißen und
ohne Umwege ein Indígena-Radio zu gründen. BR, zieh' dich warm an!!
... okay, Leute, entspannt euch, alles nur ein kleiner Spaß ;-)

Heute fand in der Uni die Expo Ibero statt. Eine Ausstellung von allen Kursen, die was auf die Beine stellen können, das sich ausstellen lässt. Darunter der Ernährungskurs, textiles Gestalten - aber auch Architektur.

Hier eine Übersicht über das Expogelände mit all seinen Ständen und Lettie (Architektur)
Hier ein Exponat aus der Architektur. Das Gebäude ist von Martín aus meinem Sexualkundekurs.

Das waren großteils Gruppen- und Abschlussarbeiten. Ich finde die Idee eigentlich ganz gut, daraus eine Ausstellung für die gesamte Uni zu machen!

Dienstag, 7. Dezember 2010

Tagestour Atlixco

Die erste Note ist eingestrichen: 9 von 10 Punkten in Sexualkunde! :)
Ja Mädels, macht euch auf was gefasst, wenn ich wiederkomme - dann geht die Post ab!
Né, im Ernst:
Die 9 Punkte habe ich als Dank bekommen, weil sie so viel von mir lernen durften!
... okay, Leute, entspannt euch, alles nur ein kleiner Spaß ;-)

Am Nachmittag bin ich dann mit Taco und Toni nach Atlixco gefahren. Victor und Alain wollten eigentlich auch mit... aber naja, wie das manchmal mit den Mexikanern so ist... Jedenfalls sind wir einfach mal in den Bus gestiegen, haben 16 Pesos (fast ein Euro)
pro Person bezahlt und sind ne halbe Stunde in die 130.000-Einwohner-Stadt gefahren,
von der mir schon einige Kollegen sagten, sie sei so schön. Und das ist sie auch:

Zuerst natürlich den zócalo ansteuern, der sehr sehr schön, sehr sehr grün...
...aber trotz Krippe wenig wenig weihnachtlich ist...

Von da oben sollte man sicher eine schöne Aussicht auf die Stadt haben... also auf geht's!

Cool wäre es ja schon gewesen mit diesem alten Karren hochzufahren...
...hatte aber leider einen Plattfuß hinten links...

... und so machten wir uns zu Fuß auf den Weg, auf dem viele Gefahren lauerten:
finster dreinblickende, fleischfressende Mörderhunde...

... und überdimensionale (bestimmt auch feuerspuckende) Killer-Kakteen...

... doch die Aussicht von oben hat für alle Todesängste entschädigt! :)

Fast schaut es so aus als gingen die Fähnchen bis ins Tal runter, oder?

Am Ende übermannte mich dann aber doch die Erschöpfung... also erstmal eine Runde abhängen...!


PS: Der Wahrheit halber weise ich darauf hin, dass wir oben nicht auf der abgebildeten Burg waren, sondern an einer hochgelegenen Kirche. Die Story macht sich aber besser mit dieser kleinen "Notlüge"...

Montag, 6. Dezember 2010

Wozu jetzt noch Überschriften?!?

Aus Aus Aus, das Spiel Semester ist aus! Denke mal, es lief gut (Medienkurs)
bis sehr gut (Spanisch). Und anschließend noch ein Test im Gym, ob ich in den vergangenen acht Wochen was gerissen hab... auch das Ergebnis war gut :)

Jetzt heißt es nur noch heuti-teuti, lari-fari, tinky-winky und wusel-dusel.
Noten einsammeln, fertig :) Der Urlaub kann kommen!! :)

Euch wünsche ich derweil einen frohen Nikolaustag!! :)

Sonntag, 5. Dezember 2010

Endspurt an der Ibero

Auf geht's, der letzte Akt in: "Mein Semester an der Ibero."

Die Abschlusspräsentation für meinen Spanischkurs für morgen ist fertig.
Thema generell: Meine Erfahrung(en) in Mexiko. Kann also quasi alles sein. Da ich erwarte, dass alle schreiben, wie toll Mexiko doch ist (was ich ja gar nicht bezweifeln will), mecker ich als kritischer Journalist lieber, was mir an der Ibero auf den Keks gegangen ist. Es geht dann besonders um Blackberry und Handy im Unterricht und den fehlenden Respekt vor der Arbeit der KommilitonInnen.

Die finale Arbeit für den Sexualkundeunterricht ist auch fertig. Abgabe: Dienstag.
Inhalt: Eine Seite Reflexion zu jedem der bisherigen Referate. Da ging es dann tatsächlich auch um Homosexualität, Verhütungsmittel, Erotik, Abhängigkeit vom Partner, Sex im Alter, etc...

Am größten Brocken sitze ich aber gerade noch: die Abschlussarbeit für den Medienkurs. Die Präsentation für morgen ist fertig, jetzt gilt es, sie noch im Seminararbeitsstyle zu verschriftlichen. Wir sollten ein Medium vorstellen und teilweise selbst erstellen, das alternativ, bürgernah oder radikal... denn darum ging es im gesamten Semester.
Ich habe mich für den Bildblog (seit April 2009 "Bildblog für alle") entschieden. Bild Zeitung vorstellen, Beispiele bringen, Blog vorstellen, Beispiele bringen, Auswirkungen des Blogs auf die Zeitung vorstellen und am Ende hoffentlich noch einige selbst gefundene Fehler präsentieren können.

Wird eine lange Nacht...

Der Mensch kann aber nicht nur Arbeiten, daher habe ich gestern Abend noch einen spontanen Abstecher in die beerfactory gemacht:

Die beerfactory ist in einer großen shopping-mall, die wunderschön geschmückt ist:
mit Weihnachtsbäumen, Pinguinen, Danny, Patrick unf Elisa :)

Zu Tisch: Alberto mit seiner Freundin Paola, die sehr gut Deutsch spricht und im Sommer ein Semester in Bremen studieren möchte.

Die Runde: Danny, Icke, Letizia, Alberto, Paola, Elisa. Beer + BeerBQ-Pizza? Läuft :)

Am Ende werde ich hier noch zum Gentleman, oder wie? o_O

Freitag, 3. Dezember 2010

Jaja, das liebe (Wechsel-) Geld

Lasst mich ein paar Wörter über den Zaster, die Kohle, die Mäuse, den Schotter, die Knete, die Währung, die Patte, das Zahlungsmittel, das Geld hier in México verlieren. Es geht also um Pinke-Pinke jetzt, nä!

Das Grundsätzliche vorneweg:
Der Kurs schwankt immer so zwischen 16 und 17 Pesos für einen Euro. Klingt kompliziert, aber mit den Zwischenschritten 50 Pesos = 3 Euro, 100 Pesos = 6 Euro, 200 Pesos = 12 Euro, etc. kommt man ganz gut klar.

Die Preise hier sind insgesamt niedriger als in Deutschland. Ein Bier in der Kneipe bekommt man meist für 1 Euro bis 1 Euro 50. Einen Liter frisch gespressten O-Saft für rund einen Euro (In Deutschland wohl ca 8 Euro), Busfahren kostet 30 Cent. Es gibt aber auch Sachen, die teuer sind als in Deutschland. USB-Sticks und Digitalkameras zum Beispiel und natürlich importiertes Zeug. Klamotten sind etwas günstiger in den Shopping-Malls, aber nicht viel...
Wobei Puebla nicht wirklich die billigste Stadt Mexikos ist.

Insgesamt brauche ich also weniger Geld hier als in Eichstätt. Der Großteil geht natürlich fürs Essen drauf :)

Es gab übrigens zum Unabhängigkeitstag Sonderprägungen. Und zwar nicht nur, wie üblich, Münzen, sondern auch Scheine:


Was einem aber gut auf den Senkel gehen kann, ist die Frage: "No tienes cambio?"
Will wissen: Hast du es nicht etwas kleiner?
Dabei wissenswert: Münzen gibt es von 10 Cent (miniklein und praktisch wertlos, kaum im Umlauf) bis hin zu 10 Pesos. Scheine zwischen 20 und 500 Pesos. Das heißt der größte Schein ist ungefähr 30 Euro wert.
Und trotzdem ist es immer besser, es möglichst passend zu haben: In der Taquería, im Taxi, am Straßenstand sowieso...

Themawechsel:
Hitler. Oft wird man als Deutscher im Ausland ja auf Hitler angesprochen. Der Bodo zum Beispiel (Eichstätt, Journalistik, 5. Semester) ist gerade im Libanon und hat es besonders schwer, denn die Libanesen bewundern Hitler. Ein Grund: Er hat sechs Millionen Juden umgebracht und das gefällt den Menschen im Libanon, die seit mehr als dreißig Jaren mehr oder weniger im Krieg mit ihrem Nachbarstaat Isreal leben...
(Wer mehr über Hitler im Libanon wissen möchte: Hier der ganze Beitrag in Bodos Blog)

Ich kann, jetzt eine Woche vor Semesternde, sagen, dass ich noch nicht ein einziges Mal auf Hitler angesprochen wurde! Anders als zum Beispiel damals beim Schüleraustausch in Alaska... Das ist mir nach einiger Zeit erst aufgefallen, dass die Mexikaner Deutschland nicht gleich als erstes mit Hitler verbinden. Danke!

Donnerstag, 2. Dezember 2010

Im Straßenverkehr....

... heißt es nicht nur Augen auf (keine anspielung auf xalapa), es wird auch nicht nur Auto oder Bus oder sonst was gefahren, sondern es wird auch eine ganze Menge Zeug verkauft.
Und ich beziehe mich tatsächlich auf den Straßenverkehr, nicht auf die kleinen Stände
und Wägen am Straßenrand...

Ist die Ampel rot, geht es los:
Die Klassiker sind dabei noch verschiedene Zeitungen oder auch das Scheibenputzen.
Es geht weiter mit Säften oder Blumen. Am Tag gerne Jongleure, bei Nacht Feuerschlucker/ -spucker. Andere versuchen die Masken vom lucha libre an den Mann zu bringen, andere verhökern 1m² große Taschenrechner oder Rechentabellen mit dem kleinen 1x1. Wieder andere veräußern Saugknöpfe. Ja, Saugknöpfe. Sie haben eine Leiste mit Saugknöpfen dabei, an die man z.B. Handtücher im Bad aufhängen kann...

Es saß auch schonmal ein Typ mit einem Stock am Bordstein, den er wie eine Angel gen Straße gehalten hat. An dessen Ende? Ein Vogel! Und noch zwei im Käfig nehmen ihm. Wellensittiche oder so, meine ich mich zu erinnern.
Ein anderes Mal saß ich grad bei ein paar Tortas an der Straße, da kam ein Van angefahren, ist stehengeblieben, Mann und Frau sind ausgestiegen, haben ihre kleinen Hunde aus dem Auto gelassen, sie auf den Arm genommen und versucht neue Herrchen für sie zu finden. Nach erfolglosen, sagen wir mal, 20 Minuten haben sie wieder eingepackt und sind weitergefahren.
Das waren aber "gute" Hunde, also vermutlich einfach aus einem Wurf ihrer Hündin.
Auf Märkten oder so sieht man aber auch oft "schlechte" Hunde. Also die Hundewelpen,
die vollgedröhnt und schon halbtot im Karton liegen, die des öfteren Thema in verschiedenen Dokus sind.
Was man da am liebsten mit den Verkäufern machen möchte, kann ich hier leider nicht beschreiben, sonst müsste ich den Blog als "ab 18" einstufen und könnte den Zugang nur noch mit Passwort gewähren...!

Und wie bebilder ich diesen Beitrag? Am besten mit besagten Straßen in meiner Umgebung:


Ansonsten habe ich nun zum ersten Mal zuhause gekocht! Wer hätte das gedacht?!
Aber besondere Umstände erfordern besondere Maßnahmen. Ich war tatsächlich einmal krank! o_O Daher dachte ich mir, statt bei Aaron und Manuel geile Quesadillas und Cemitas zu mampfen, täte mir eine Hühnerbrühe mit Nudeln besser.... :)
Habe mir dann drei Stunden lang abends im Bett das Hörbuch "Hummeldumm" von Tommy Jaud angehört (empfehlenswert!) und heute geht es mir wieder gut :)

Montag, 29. November 2010

Wochenende in Xalapa

Samstag Morgen, nach wenigen Stunden Schlaf dann also nach Xalapa, in die Hauptstadt des Bundesstaates Veracruz.

Die Danny hatte mich zu sich nach Hause eingeladen. Das machen Mexikaner ja gerne, auch gleich nach dem Kennenlernen, aber dieses Mal hat es tatsächlich geklappt.
Sie wohnt dort mit ihrer Mutter und ihrem Bruder. Obwohl ihr Vater nicht im Haus wohnt
und sie zwei Betten im Zimmer hat, habe ich in ihren vier Wänden und sie bei ihrer Mutter geschlafen.

Das Wohnzimmer schon sehr sehr weihnachtlich geschmückt. Rechts steht auch schon der fertige Tannenbaum. Die Mexikaner sind da keinen Deut besser als wir Deutschen:
Ab September geht es in den Supermärkten schon los und seit Mitte November nimmt auch die Deko rapide zu...

Leider war das Wetter am Sasmtag mieserabel. Nach einer kleinen siesta sind wir dann am Abend erstmal nach Coatepec gefahren, einem "pueblo mágico" unweit von Xalapa.
Ja, es gibt tatsächlich eine Liste der "magischen Dörfer" in Mexiko.
Das "Dorf" Coatepec ("Hügel der Schlangen") hat übrigens 5o.ooo Einwohner... 


Wie gesagt, das Wetter ar mieserabel: diesig, neblig, regnerisch, aber nicht kalt. War zwar schade, aber generell kein Weltuntergang, da ich seit Wochen keinen Regen mehr gesehen hatte. Wir haben dann extrem leckere Churros gegessen und uns die sehr sehr schöne Kirche am zócalo angeschaut. Sehr hell, nicht ganz so viel Gold, genau das richtige Maß
an Prunk für meinen Geschmack. Und ein Bildnis von Gott:


Hunger, Durst, Bar. Ein sehr angenehmes Pub, das schon am Eingang symphatisch wirkt:


Auch die Aussicht bei Speis und Trank war sehr schön:


Mittlerweile hatte es aufghört zu regnen und wir konnten uns einigermaßen trockenen Fußes die Coca-Cola-Weihnachtsparade anschauen. Aufgemerkt: Auch in Mexiko ist es grad noch Ende November...

War aber im Endeffekt ganz schön und fresh, dieser Umzug. Hatte auf alle Fälle mal wieder nen Ohrwurm von der eindringlichen Melodie der Wägen. Auf geht's zur nächsten Bar.

"Prohibido tirar basura" - es ist also verboten Müll (auf die Straße) zu schmeißen.
Naja, netter Versuch. Man beachte auch noch das Plakat darunter, das für eine saubere Stadt wirbt *g* Insgesamt ist es aber überwiegend recht sauber in Mexiko.

In der Bar haben wir dann noch Freundinnen von der Danny getroffen:
"Es geht mit gut!" [Westernhagen, Marius-Müller, 1994]

Es lief ein Boxkampf auf dem Flachbildschirm. Warum wird Boxen bei uns eigentlich nicht von Bier gesponsert und zwischen jeder Runde mit solch einem kleinem Spot beworben?!

Am Sonntag war das Wetter dann Gott sei Dank wieder schön. Also ab auf die Straßen von Xalapa:


... und natürlich zum zócalo, der auch in Xalapa wunderschön und sehr grün ist!

... dann zur Aussichtsterrasse mit Blick über die Stadt beim zócalo:

Wie gesagt: Es weihnachtet schon sehr. Auch wenn die Stimmung bei strahlendem Sonnenschein doch eine ganz andere ist als in Deutschland. Wirkt irgendwie nicht so recht...

... schon gar nicht, wenn Kakteen in der Krippenlandschaft stehen:

Die letzte touristische Aktivität am Sonntag Mittag war eine Runde an dem kleinen See im Zentrum:

... und dort ist es dann passiert. Das Unvorstellbare, was unsere Weiterreise zum Strand oder nach Veracruz vereitelt hat: Mir ist etwas ins Auge geflogen!
Klingt jetzt sehr herkömmlich... ist es normalerweise auch. Aber das war tückisch!

a) Hinsetzen. Vorsichtig versuchen, das Ding zur Seite des Auges zu reiben/schieben. Immernoch hatte ich etwas im Auge. b) In ein Café ins Bad. Mit Wasser ausspühlen, mit Tüchern trocknen. Immernoch. c) Zur Apotheke Augentropfen holen, nach Hause und das Auge mit so einer Art kleinem Eierbecher, den Mann mit Wasser und Tropfen füllt, sich ans Auge hält und es dann im Wasser öffnen und schließt. Immernoch. d) Die Tropfen direkt ins Auge. Immernoch. e) Hinlegen: Augen schließen, sich entspannen lassen, hoffen, dass das Auge sich selbst hilft und das Teil rausdrängt. Immernoch. f) Zum Arzt. Es tat ein bisschen weh und ich konnte das Auge einfach nicht öffnen, ein stechender Schmerz. Kein geeigneter Arzt da am Sonntag Nachmittag. g) Ins Krankenhaus. Klingt natürlich schlimm, aber da gibt es halt sicher nen Arzt. Er hat etwas unter dem Augenlied gefunden. "Aufgekrempelt" und es vorsichtig mit nem Tuch rausgefischt. Es mir präsentiert: Ein minimaler schwarzer Punkt auf dem Tuch o_O

Die Behandlung hat vielleicht vier Minuten gedauert, 1.200 Pesos, also rund 70 Euro gekostet ("Notaufnahme" am Sonntag halt) aber ich konnte wieder sehen. Nachdem ich
mir auf der Party am Freitag selbiges Auge fast an einem Ast eines Baumes in unserem Wohnzimmer ausgestochen hatte, als ich bei dem Stichwort "Sol 2" (furchtbares Bier)
das Kotzen in den Blumenkübel simulieren wollte, der nächste Härtetest.

Anschließend nur noch schnell sehr geile Riesen-Tacos essen und ab zum Bus.
Mal wieder ein langer Eintrag... ich hoffe es bereut keiner die investierte Zeit?! ;-)