Endlich wieder mexikanischen Boden unter den Füßen! Man mag es glauben oder nicht, aber wir waren echt glücklich, als wir wieder in Mexiko angekommen sind.
Naja, Philipp hat noch ein bisschen gegrummelt, weil sein teures Studentenvisum mit Verlassen des Landes erloschen ist und er nun auch ein Touristenvisum bekommen hat,
mit dem er bei der Ausreise dann nochmal 260 Pesos (gut 15 Euronen) berappen darf...
...aber wir sind wieder in Mexiko! :)
Erstmal haben wir die restlichen Belize-Dollar in Pesos umgetausch, dann mit dem Taxi die 10 Kilometer nach Chetumal und von da aus dann mit einem gewohnt komfortablen Reisebus nach Tulum gefahren. Dort sind wir am Abend angekommen und haben erstmal eine cabaña (=Strandhütte) gesucht. Gesucht, gefunden. Sah am nächsten Morgen auch echt traumhaft aus:
Und auch der dazugehörige Strandabschnitt kann sich sehen lassen:
Die Hütte hat allerdings a) 1.5oo Pesos (fast 90 Euronen) pro Nacht gekostet, b) nur von 18 bis 24 Uhr Strom gehabt und c) nur Salzwasser in den Leitungen im Bad geführt. Daher sind wir dann auch direkt am nächsten Tag wieder in ein Hostel gezogen.
Aber auch der Strand hier in der Nähe ist durchaus einladend:
Links im Bild, das ist die Jenny Weser. Wir sitzen da so bei Fajitas und Bierchen in der Strandbar, läuft da eine Blondine am Strand lang und die Mandy meint noch so:
"Das da vorne könnte auch die Jenny sein..." und siehe da: Es war die Jenny.
In San Cris haben wir sie einmal kurz getrofen und dann ohne Absprache wieder in Tulum.... Wie ist die Welt?
Sie ist dann mit ihrer Mutter, mit der sie die ganze Zeit reist, zu uns ins Hostel gekommen. Das Hostel ist zwar nicht luxuriös, aber es stellt gratis Fahrräder zur Verfügung, auf welchen man auf dem Weg zum Supermarkt dann folgendem Genussmensch begegnet:
Natürlich leben wir nicht nur von Strand und Blödsinn (oder doch?) sondern auch von Kultur (echt?)! Aber wenn einem Kultur derart dargeboten wird, wie die Ruinen von Tulum, dann werde auch ich eines Tages noch zum Kulturliebhaber!
Wenn in Deutschland die Museen auch direkt am Karibikstrand wären und mit Sonnenschein pur locken würden.... wie gesagt: Ich würde im Nullkommanix zum Kulturliebhaber mutieren!
Und die Siteshow boten diese fröhlichen Zeitgenossen, die aber gar nicht so fröhlich wirken, wenn sie kämpfen:
Und wer im Freiluftmuseum gut aufgepasst hat, darf dann direkt in den dazugehörigen türkisblauen Pool springen:
Im Hostal haben wir dann noch meinen Geburtstag mit einer kleinen Torte nachgefeiert,
sie aber großteils einfach an die anderen Mitbeohner verteilt. Unter anderem an Paco.
Philipp und Mandy sind dann am Sonntag von Cancun aus nach Puebla zurückgeflogen und Jenny und ihre Mama sind am Montag weitergezogen. Und ich? Ich hab' nichts gemacht! Habe mal die Ruhe genossen. Wollte auch ein paar Tage lang keine neuen Leute mehr kennenlernen, habe ich im vergangenen halben Jahr genug gemacht. Zentrum, Supermarkt, Strand und Radsport - mehr nicht. Abends Filme anschauen und viel viel schlafen... :)
Morgen Abend mache ich mich dann auf und fahre über Nacht nach San Cristóbal zurück. Die Nacht darauf geht es dann weiter nach Puerto Escondido, wo ich nochmal eine Woche mit dem Alain und seiner Bar am Strand verbringen will...
Donnerstag, 13. Januar 2011
Mittwoch, 12. Januar 2011
Belize
So manch ein Mexikaner hat sich ernsthaft gefragt, was wir überhaupt in Belize wollten:
so viele Schwarze, total gefährlich, hässlich, usw. Was wollten wir also?
Wir wollten viele Schwarze, wir wollten es gefährlich, wir wollten es hässlich!
Am Vormittag haben wir uns von Livingston aufgemacht, mit dem Boot auf dem Atlantik nach Punta Gorda zu fahren. Dort sollten wir an Land gehen.
Als erstes ging es natürlich ins Amt und Schein ausfüllen. Wir haben ein Visum für genau einen Tag bekommen, weil wir angegeben haben, nach nur einem Tag das Land auch wieder verlassen zu wollen.
Im Amt ist uns auch gleich mal bewusst geworden, dass die Amtssprache hier Englisch ist. Prinzipiell ja gar kein Problem, aber mein Hirn wechselt im Moment lediglich zwischen Mutter- und Fremdsprache.... und nicht zwischen den einzelnen Fremdsprachen.
So habe ich erstmal "dos more" Formulare verlangt :-D
Der erste Eindruck von Belize war echt schön! Aber wir brauchten erstmal Geld. Da wir Helden keine Ahnung hatte, wie viel ein Belize-Dollar überhaupt wert war und wir viel wir brauchen könnten, haben wir erstmal nachgefragt, wie teuer ein Bus in die Hauptstadt Belmopan sein sollte. 9o (ninety) Dollar hatte uns die Frau gesagt und auf Nachfrage nochmal bestätigt. Dann haben wir gerechnet: 9o Dollar x 3 Personen = 27o und die Weiterfahrt zur Grenze wird dann sicherlich mindestens nochmal so viel kosten + Unterkunft + Essen + man weiß ja nie = 2.ooo Dollar. Der Bankautomat wollte uns lediglich 5oo Dollar pro Vorgang ausspucken, sodass wir erstmal mit 1.ooo wieder am Busbahnhof ankamen. Dann zeigte sich auch, warum "nur" 5oo: Beim Bezahlen gab sie mir den Großteil meiner 3oo Dollar wieder zurück, erklärte, ein Ticket koste 19 (nineteen) Dollar und entschuldigte sich für ihre Aussprache...
Kein Proble, sagte ich, aber wir hatten viel zu viel Schotter in der Tasche =>
Solche coolen, aber auf Dauer unbequemen alten US-Schulbusse sollten dann für den
Rest des Tages unser Zuhause sein. Nach ein paar Stunden sind wir dann erstmal in der Hauptstadt Belmopan angekommen. Am Busterminal wollten uns die Taxifahrer aber weismachen, dass es in der ganzen Stadt maximal 2-Bett-Zimmer gäbe und dass wir entweder gefährlich/schmuddelig/billig am Stadtrand oder sicher/fein/teuer im Zentrum wohnen könnten. Kam uns alles Spanisch vor, also sind wir einige Minuten später direkt weiter nach Belize City gefahren. Überlegung: In einer 7o.ooo Mann starken Hafenstadt
gibt es vielleicht mehr Auswahl als in einer 15.ooo Mann schwachen Miniaturhauptstadt Belmopan...
Gute anderthalb Stunden später sind wir dann in Belize City angekommen. Der Aufenthalt hier war aber noch kürzer. Sicherlich hat die Stadt auch einiges zu bieten und man liest, dass es schöne Ecken gibt. Aber was wir in der Dunkelheit gesehen haben, waren leere Straßen, hohe Zäune und Gitter vor den Häusern und eine nicht sonderlich einladende Atmosphäre. Also schnell Verpflegung gekauft und in den nächsten Bus gestiegen,
der uns nach Orange Walk transportiert hat...
Dort haben wir dann im vom Busfahrer empfohlenen Hotel Akihito direkt an der Endhaltestelle eingecheckt, was gegessen und uns mit dem Sohn der Besitzerfamilie (Lee, 29, mitte) und einem US-Globetrotter-Lehrer (Matthew, 39, rechts) angefreundet und auf dem Dach noch ein paar Bierchen getrunken.
Wir saßen also fast den ganzen Tag im Bus und haben das Land vom Süden bis in den Norden durchquert. Der Tag hat einen schönen Abschluss genommen, aber wir haben uns alle schon sehr darauf gefreut, dann am nächsten Tag ins schöne Mexiko zurückzukehren.
Vielleicht wollten wir doch nicht so viele Schwarze, nicht so gefährlich, nicht so hässlich...
so viele Schwarze, total gefährlich, hässlich, usw. Was wollten wir also?
Wir wollten viele Schwarze, wir wollten es gefährlich, wir wollten es hässlich!
Am Vormittag haben wir uns von Livingston aufgemacht, mit dem Boot auf dem Atlantik nach Punta Gorda zu fahren. Dort sollten wir an Land gehen.
Als erstes ging es natürlich ins Amt und Schein ausfüllen. Wir haben ein Visum für genau einen Tag bekommen, weil wir angegeben haben, nach nur einem Tag das Land auch wieder verlassen zu wollen.
Im Amt ist uns auch gleich mal bewusst geworden, dass die Amtssprache hier Englisch ist. Prinzipiell ja gar kein Problem, aber mein Hirn wechselt im Moment lediglich zwischen Mutter- und Fremdsprache.... und nicht zwischen den einzelnen Fremdsprachen.
So habe ich erstmal "dos more" Formulare verlangt :-D
Der erste Eindruck von Belize war echt schön! Aber wir brauchten erstmal Geld. Da wir Helden keine Ahnung hatte, wie viel ein Belize-Dollar überhaupt wert war und wir viel wir brauchen könnten, haben wir erstmal nachgefragt, wie teuer ein Bus in die Hauptstadt Belmopan sein sollte. 9o (ninety) Dollar hatte uns die Frau gesagt und auf Nachfrage nochmal bestätigt. Dann haben wir gerechnet: 9o Dollar x 3 Personen = 27o und die Weiterfahrt zur Grenze wird dann sicherlich mindestens nochmal so viel kosten + Unterkunft + Essen + man weiß ja nie = 2.ooo Dollar. Der Bankautomat wollte uns lediglich 5oo Dollar pro Vorgang ausspucken, sodass wir erstmal mit 1.ooo wieder am Busbahnhof ankamen. Dann zeigte sich auch, warum "nur" 5oo: Beim Bezahlen gab sie mir den Großteil meiner 3oo Dollar wieder zurück, erklärte, ein Ticket koste 19 (nineteen) Dollar und entschuldigte sich für ihre Aussprache...
Kein Proble, sagte ich, aber wir hatten viel zu viel Schotter in der Tasche =>
Solche coolen, aber auf Dauer unbequemen alten US-Schulbusse sollten dann für den
Rest des Tages unser Zuhause sein. Nach ein paar Stunden sind wir dann erstmal in der Hauptstadt Belmopan angekommen. Am Busterminal wollten uns die Taxifahrer aber weismachen, dass es in der ganzen Stadt maximal 2-Bett-Zimmer gäbe und dass wir entweder gefährlich/schmuddelig/billig am Stadtrand oder sicher/fein/teuer im Zentrum wohnen könnten. Kam uns alles Spanisch vor, also sind wir einige Minuten später direkt weiter nach Belize City gefahren. Überlegung: In einer 7o.ooo Mann starken Hafenstadt
gibt es vielleicht mehr Auswahl als in einer 15.ooo Mann schwachen Miniaturhauptstadt Belmopan...
Gute anderthalb Stunden später sind wir dann in Belize City angekommen. Der Aufenthalt hier war aber noch kürzer. Sicherlich hat die Stadt auch einiges zu bieten und man liest, dass es schöne Ecken gibt. Aber was wir in der Dunkelheit gesehen haben, waren leere Straßen, hohe Zäune und Gitter vor den Häusern und eine nicht sonderlich einladende Atmosphäre. Also schnell Verpflegung gekauft und in den nächsten Bus gestiegen,
der uns nach Orange Walk transportiert hat...
Dort haben wir dann im vom Busfahrer empfohlenen Hotel Akihito direkt an der Endhaltestelle eingecheckt, was gegessen und uns mit dem Sohn der Besitzerfamilie (Lee, 29, mitte) und einem US-Globetrotter-Lehrer (Matthew, 39, rechts) angefreundet und auf dem Dach noch ein paar Bierchen getrunken.
Wir saßen also fast den ganzen Tag im Bus und haben das Land vom Süden bis in den Norden durchquert. Der Tag hat einen schönen Abschluss genommen, aber wir haben uns alle schon sehr darauf gefreut, dann am nächsten Tag ins schöne Mexiko zurückzukehren.
Vielleicht wollten wir doch nicht so viele Schwarze, nicht so gefährlich, nicht so hässlich...
Dienstag, 11. Januar 2011
Guatemala
Am 2. Januar haben wir dann in Comitán einen Minibus genommen, der unsere Koffer aufs Dach geschnallt und uns zur Grenze nach Guatemala gebracht hat. Die Zeit saß uns nun im Nacken, weil Mandy ab dem 10. Januar ihr Praktikum bei VW in Puebla absolvieren sollte und Philipp ja auch vor seinem Rückflug nach Deutschland am 13. noch einmal nach Puebla musste. Aber die beiden südlichen Nachbarländer Guatemala und Belize wollten wir uns trotzdem nicht nehmen lassen...
Also an der Grenze erstmal beim Instituto Nacional de Migración anstehen, 260 Pesos
(rund 15 Euronen) zahlen und den Ausreisestempel in den Reisepass bekommen.
Dann ging es mit dem Taxi noch einmal fünf Minuten an die eigentliche Grenze.
Dort dann gratis den Einreisestempel von Guatemala einsacken und wir waren da: Guatemala! Der erste Eindruck war zweigeteilt. Auf der einen Seite war es sehr überraschend, dass der "Wohlstand" praktisch mit Überschreiten der Grenze
spürbar abgenommen hat. Alles war irgendwie heruntergekommener als in Mexiko.
Auf der anderen Seite bot sich uns aber ein sagenhafter Ausblick auf die Natur des Landes, wie sie sich uns bei der späteren Durchquerung des Landes im Bus noch mehr beeindrucken sollte. Surreal und irgendwie wie eine Super-Mario-Landschaft:
Mit einem Jungen und seinem motorisierten Alberto-Pizza-Auslieferungswagen sind wir dann zum nahegelegenen Bus"bahnhof" gefahren, wo der Bus nach Antigua allerdings erst um 21 Uhr abends abfahren sollte. Machte aber nichts, wir hatten eh noch Hunger und Bohnanza im Rucksack :)
Im nächsten Morgengrauen sind wir dann in Guatemala-Stadt angekommen. Haben dort allerdings nur die Busstation gesehen, denn wir sind direkt weiter mit einem Minibus ins nahegelegene Antigua Guatemala, denn das wurde uns des öfteren als schönste Stadt des Landes empfohlen. Guatemala-Stadt konnte es gemäß unseres Eindrucks beim Rausfahren jedenfalls nicht sein...
In Antigua haben wir uns rasch in ein Hostel einquartiert und dann gleich mal die Stadt angeschaut. Und sie ist tatsächlich sehr schön!
Eindrücke vom Zentrum der Stadt, in der es sogar W-Lan auf dem Zócalo gibt! Wir haben dann sehr lecker zu Mittag gegessen in einem Restaurant, von dessen Terrasse wir beim Essen einen herrlichen Blick auf die Ruinen einer durch ein Erdbeben zerstörte Kirche hatten. Einige Feinheiten sind uns zudem noch aufgefallen:
Pasteles "Hansel und Gretel" hier konnte man sich seine Traumtorte zusammenstellen.
So oder so ähnlich stelle ich mir einen Tante-Emma-Laden in der DDR vor. Vor allem die Sardinenbüchsen sehen doch aus wie aus den 70er Jahren, oder? Die Dose kostet übrigens 7 Quetzales 50, was so rund 75 Cent entspricht. Und bezahlt wird mit Vögeln.
Der Quetzal ist nämlich der Nationalvogel Guatemalas - und eine der schönsten Währungen, die ich kenne!
Am Nachmittag haben wir uns dann aufgemacht, den Pacaya zu besteigen. Den 2552 Meter hohen, aktiven Vulkan, der erst Ende Mai 2010 zum letzten Mal ausgebrochen ist.
Dieses Mal aber eine geführte Wanderung ;-)
Am warmen Nachmittag mit Pferden, Stöcken und Führern aufgestiegen, bließ der Wind einem die ganze Zeit den Staub ins Gesicht...
Da muss man schon einmal zu drastischeren Maßnahmen greifen!
Unser Führer Paco hat uns auch in eine Art kleine Höhle reingeführt. Da drin war es - wie man an meinem Gesicht sicher ablesen kann - extrem heiß. Er sprach von 70 Grad... die Lava war direkt unter uns. Und hat auch noch geglüht:
Am nächsten Morgen sind wir dann in aller Herrgottsfrühe aufgestanden und zum Rio Dulce gefahren. Diesen galt es dann auf unserer Abenteuerreise zu überqueren. Also alle Koffer in ein Boot geschmissen und ab die Post. War aber nicht gerade eine Qual...
Am anderen Ende des Rios erwartete uns dann ein Ort, der mir bereits das Gefühl gab, in Belize zu sein: Livingston. Schwarze Männer belagerten uns direkt am Boot und wollten uns am besten gleich einpacken und in ein Hotel schleppen, das ihnen ein paar Pesos bezahlte, wenn sie ihnen Touristen beschafften. Ich wusste auch erst nicht, ob ich noch Spanisch oder schon Englisch sprechen wollte, wie man es in Belize tut. Aber wir waren ja schließlich noch in Guatemala!
Nachdem mein Geburtstag bislang vom frühen Aufstehen und Reisen geprägt war, gab es dann am Abend zum Anstoßen ein Coco Loco... mit Mandy, Philipp und Eddy, einem derer, der uns in ein Hotel schleppen wollte und dann unserer Freund für einen Tag wurde.
Die letzten Bierchen meines 25. haben wir dann in einer abgewrackten, nur matt beleuch- teten Garage in einer Seitenstraße zu uns genommen, in der der alte Wirt seinen Bierbauch nur mit einem dreckigen Unterhemd (teilweise) verdeckte, in ehemals weißen Baggypants rumlief, die eigentlich gar keine Baggypants sein sollten und uns mit einem astreinen Drei-Zahn-Lächeln bediente. Draußen fing es an zu regnen. Ein denkwürdiger Geburtstag! :)
Morgen geht es dann weiter mit unserer Reise - nach Belize!
Ich bin übrigens noch immer in Tulum.
Also an der Grenze erstmal beim Instituto Nacional de Migración anstehen, 260 Pesos
(rund 15 Euronen) zahlen und den Ausreisestempel in den Reisepass bekommen.
Dann ging es mit dem Taxi noch einmal fünf Minuten an die eigentliche Grenze.
Dort dann gratis den Einreisestempel von Guatemala einsacken und wir waren da: Guatemala! Der erste Eindruck war zweigeteilt. Auf der einen Seite war es sehr überraschend, dass der "Wohlstand" praktisch mit Überschreiten der Grenze
spürbar abgenommen hat. Alles war irgendwie heruntergekommener als in Mexiko.
Auf der anderen Seite bot sich uns aber ein sagenhafter Ausblick auf die Natur des Landes, wie sie sich uns bei der späteren Durchquerung des Landes im Bus noch mehr beeindrucken sollte. Surreal und irgendwie wie eine Super-Mario-Landschaft:
Mit einem Jungen und seinem motorisierten Alberto-Pizza-Auslieferungswagen sind wir dann zum nahegelegenen Bus"bahnhof" gefahren, wo der Bus nach Antigua allerdings erst um 21 Uhr abends abfahren sollte. Machte aber nichts, wir hatten eh noch Hunger und Bohnanza im Rucksack :)
Im nächsten Morgengrauen sind wir dann in Guatemala-Stadt angekommen. Haben dort allerdings nur die Busstation gesehen, denn wir sind direkt weiter mit einem Minibus ins nahegelegene Antigua Guatemala, denn das wurde uns des öfteren als schönste Stadt des Landes empfohlen. Guatemala-Stadt konnte es gemäß unseres Eindrucks beim Rausfahren jedenfalls nicht sein...
In Antigua haben wir uns rasch in ein Hostel einquartiert und dann gleich mal die Stadt angeschaut. Und sie ist tatsächlich sehr schön!
Eindrücke vom Zentrum der Stadt, in der es sogar W-Lan auf dem Zócalo gibt! Wir haben dann sehr lecker zu Mittag gegessen in einem Restaurant, von dessen Terrasse wir beim Essen einen herrlichen Blick auf die Ruinen einer durch ein Erdbeben zerstörte Kirche hatten. Einige Feinheiten sind uns zudem noch aufgefallen:
Pasteles "Hansel und Gretel" hier konnte man sich seine Traumtorte zusammenstellen.
So oder so ähnlich stelle ich mir einen Tante-Emma-Laden in der DDR vor. Vor allem die Sardinenbüchsen sehen doch aus wie aus den 70er Jahren, oder? Die Dose kostet übrigens 7 Quetzales 50, was so rund 75 Cent entspricht. Und bezahlt wird mit Vögeln.
Der Quetzal ist nämlich der Nationalvogel Guatemalas - und eine der schönsten Währungen, die ich kenne!
Am Nachmittag haben wir uns dann aufgemacht, den Pacaya zu besteigen. Den 2552 Meter hohen, aktiven Vulkan, der erst Ende Mai 2010 zum letzten Mal ausgebrochen ist.
Dieses Mal aber eine geführte Wanderung ;-)
Am warmen Nachmittag mit Pferden, Stöcken und Führern aufgestiegen, bließ der Wind einem die ganze Zeit den Staub ins Gesicht...
Da muss man schon einmal zu drastischeren Maßnahmen greifen!
Unser Führer Paco hat uns auch in eine Art kleine Höhle reingeführt. Da drin war es - wie man an meinem Gesicht sicher ablesen kann - extrem heiß. Er sprach von 70 Grad... die Lava war direkt unter uns. Und hat auch noch geglüht:
Am nächsten Morgen sind wir dann in aller Herrgottsfrühe aufgestanden und zum Rio Dulce gefahren. Diesen galt es dann auf unserer Abenteuerreise zu überqueren. Also alle Koffer in ein Boot geschmissen und ab die Post. War aber nicht gerade eine Qual...
Am anderen Ende des Rios erwartete uns dann ein Ort, der mir bereits das Gefühl gab, in Belize zu sein: Livingston. Schwarze Männer belagerten uns direkt am Boot und wollten uns am besten gleich einpacken und in ein Hotel schleppen, das ihnen ein paar Pesos bezahlte, wenn sie ihnen Touristen beschafften. Ich wusste auch erst nicht, ob ich noch Spanisch oder schon Englisch sprechen wollte, wie man es in Belize tut. Aber wir waren ja schließlich noch in Guatemala!
Nachdem mein Geburtstag bislang vom frühen Aufstehen und Reisen geprägt war, gab es dann am Abend zum Anstoßen ein Coco Loco... mit Mandy, Philipp und Eddy, einem derer, der uns in ein Hotel schleppen wollte und dann unserer Freund für einen Tag wurde.
Die letzten Bierchen meines 25. haben wir dann in einer abgewrackten, nur matt beleuch- teten Garage in einer Seitenstraße zu uns genommen, in der der alte Wirt seinen Bierbauch nur mit einem dreckigen Unterhemd (teilweise) verdeckte, in ehemals weißen Baggypants rumlief, die eigentlich gar keine Baggypants sein sollten und uns mit einem astreinen Drei-Zahn-Lächeln bediente. Draußen fing es an zu regnen. Ein denkwürdiger Geburtstag! :)
Morgen geht es dann weiter mit unserer Reise - nach Belize!
Ich bin übrigens noch immer in Tulum.
Montag, 10. Januar 2011
Comitán de Dominguez
Silvester haben wir dann den Katzensprung von San Cristóbal nach Comitán de Domínguez gewagt, wo mein Kumepl Adrián wohnt. Ihn habe ich zu Beginn des Semesters kennen- gelernt, als ich mit der Anne am Bankautomaten stand und er gehört hat, dass wir Deutsch sprechen. Er hat nämlich auch schon ein Semester in Plauen studiert und ist da hellhörig geworden...
Jedenfalls dufte Type und so haben wir Silvester dann bei ihm gefeiert. Wir kamen am frühen Abend bei ihm an und haben erstmal ein bisschen mit ihm und seinem Vater geplaudert, schon mal ein Bierchen getrunken (was man hat, das hat man!) und uns nacheinander geduscht und fertig gemacht. Nach und nach kam dann auch der Rest der Familie: die Mutter, die beiden Schwestern, der Bruder, der Onkel, und so weiter und so fort.
Hier beispielsweise der Felipe mit Adriáns Onkel und Papa beim Warm-Up
Anschließend, allerdings erst nach 23 Uhr, ging es dann zum Haus oder Oma
(oder war es das der Tante? o_O) zum Abendessen. Icke hier mit Adrián
Adriáns Schwester Karen präsentiert die Tamales, unser Silvesteressen.
Kaum damit angefangen, war es auch schon kurz vor zwölf. Und so wie SAT1 in Deutschland die Party, den Countdown und das Feuerwerk live aus Berlin überträgt,
so überträgt ein mexikanischer Sender die Party, den Countdown und das Feuerwerk aus Mexiko-Stadt. Ein paar Minuten vor dem Haus ein paar Böller gezündet, fertig.
Wieder zu Tisch...
Nach einem weiteren Abstecher zuhause sind wir dann einfach in einen Club gegangen.
Wie in einer ganz gewöhnlichen Nacht auch...
Schwester Karen und meine Wenigkeit. Im Hintergrund noch ein Onkel von ihr. Am nächsten Tag war ich dann völlkommen im Eimer. Kater + Durchfall = heiß, kalt, heiß, Klo, kalt, heiß, heiß, Klo, usw...
Als ich dann am frühen Nachmittag wieder einigermaßen klar kam, sind wir dann erstmal zu einem See gefahren. Scheinbar ein beliebtes Ziel für eines Tagesausflug in der Region.
Eigentlich wollte ich nach der Heimkehr nur noch schlafen, habe mich dann aber noch überreden lassen, mit auf die Jagd zu gehen. Auf die Ranch des Vaters sollte es gehen...
Das Bild ist nur Gehabe. Ich bin natürlich nicht mit auf Jagd gegangen. Mir war grad nicht danach auf Kanninchen zu schießen - auch wenn klar war, dass es mit dem Teufel hätte zugehen müssen, wenn die Amateure da in der Dunkelheit mit nur einer Taschenlampe tatsächlich ein Karnickel erwischt hätten :-D
Und in der nächsten Ausgabe "medianocheenpuebla" nehme ich euch mit nach Guatemala :)
Ich bin übrigens noch in Tulum.
Jedenfalls dufte Type und so haben wir Silvester dann bei ihm gefeiert. Wir kamen am frühen Abend bei ihm an und haben erstmal ein bisschen mit ihm und seinem Vater geplaudert, schon mal ein Bierchen getrunken (was man hat, das hat man!) und uns nacheinander geduscht und fertig gemacht. Nach und nach kam dann auch der Rest der Familie: die Mutter, die beiden Schwestern, der Bruder, der Onkel, und so weiter und so fort.
Hier beispielsweise der Felipe mit Adriáns Onkel und Papa beim Warm-Up
Anschließend, allerdings erst nach 23 Uhr, ging es dann zum Haus oder Oma
(oder war es das der Tante? o_O) zum Abendessen. Icke hier mit Adrián
Adriáns Schwester Karen präsentiert die Tamales, unser Silvesteressen.
Kaum damit angefangen, war es auch schon kurz vor zwölf. Und so wie SAT1 in Deutschland die Party, den Countdown und das Feuerwerk live aus Berlin überträgt,
so überträgt ein mexikanischer Sender die Party, den Countdown und das Feuerwerk aus Mexiko-Stadt. Ein paar Minuten vor dem Haus ein paar Böller gezündet, fertig.
Wieder zu Tisch...
Nach einem weiteren Abstecher zuhause sind wir dann einfach in einen Club gegangen.
Wie in einer ganz gewöhnlichen Nacht auch...
Schwester Karen und meine Wenigkeit. Im Hintergrund noch ein Onkel von ihr. Am nächsten Tag war ich dann völlkommen im Eimer. Kater + Durchfall = heiß, kalt, heiß, Klo, kalt, heiß, heiß, Klo, usw...
Als ich dann am frühen Nachmittag wieder einigermaßen klar kam, sind wir dann erstmal zu einem See gefahren. Scheinbar ein beliebtes Ziel für eines Tagesausflug in der Region.
Eigentlich wollte ich nach der Heimkehr nur noch schlafen, habe mich dann aber noch überreden lassen, mit auf die Jagd zu gehen. Auf die Ranch des Vaters sollte es gehen...
Das Bild ist nur Gehabe. Ich bin natürlich nicht mit auf Jagd gegangen. Mir war grad nicht danach auf Kanninchen zu schießen - auch wenn klar war, dass es mit dem Teufel hätte zugehen müssen, wenn die Amateure da in der Dunkelheit mit nur einer Taschenlampe tatsächlich ein Karnickel erwischt hätten :-D
Und in der nächsten Ausgabe "medianocheenpuebla" nehme ich euch mit nach Guatemala :)
Ich bin übrigens noch in Tulum.
Sonntag, 9. Januar 2011
San Cristóbal de las Casas
DAS Comeback des noch jungen Jahres: Der Blog geht weiter! :) Entschuldigt die Auszeit, aber in meiner Zeit in Guatemala und Belize hatte ich entweder wenig Zeit oder kein Internet oder beides. Und die wenige Zeit, die mir in diesen beiden Ländern blieb wollte ich, ihr werdet es verstehen, nicht im Internetcafé sitzen...
Dann werde ich anhand der Beweisfotos mal den Tathergang der vergangenen Stationen rekonstruieren. Wir waren stehengeblieben in San Cristóbal de las Casas...
Die alte Tuxtla-Besatzung (Christina, Martín, Itzel, Manfred, Philipp und Icke) haben uns also aufgemacht, eine Nacht in San Cristóbal zu verbringen. Sie kannten da jemanden mit Hotel, sodass wir für 50 Pesos (rund drei Euronen) pro Nase dort nächtigen konnten. Außer dem Schimmel an den Wänden und dem daraus resultierenden muffigen Geruch hat auch alles gepasst. Und selbst der hatte was komödiantisches, denn wann bittet man schonmal jemanden zu pupsen, damit es danach besser riecht im Raum?! :)
Aber nun wie angekündigt zu den Beweisfotos. Da ein Tag schnell rum ist - und ich 2003 auch schon einmal in San Cris war - beschränke ich mich auf Stadt, Markt und Bar:
Tick, Trick, Track und Icke auf dem Zócalo von San Cris
Blick auf das hauptsächlich von Mayas bewohnte Hochland von Chiapas
Ein Kathedrale wie gemalt - mit Martíns Schwester Christina und mir
Am Abend sind wir dann auf einen Markt gegangen. Auch wenn immer Vorsicht geboten ist, wenn man Indígenas fotografiert, weil viele glauben, dass man ihn mit einem Bildnis die Seele stielt, so habe ich es dennoch gewagt:
Martín habe ich einmal vorgeschickt, um zu fragen, wie teuer denn ein spezieller Pullover sei. Ihm hat die Frau gesagt, er koste 70 Pesos, aber mit einem Rabatt bekomme er ihn auch für 60. Kurze Zeit später bin ich zum selben Stand und die Frau wollte mit den Pullover gleich einmal für 80 verkaufen. Zwar hat sie, als ich ihr sagte, dass sie meinem mexikanischen Kollegen den gleichen Pulli für 60 verkauft hätte, ihn auch mir für 60 angeboten, aber ich habe ihn trotzdem an einem anderen Stand gekauft, weil mir ihre Größen nicht gepasst haben.
Insgesamt macht es auch viel mehr Spaß zu verhandeln und zu plaudern als damals, als ich gerade mit Spanisch angefangen habe und mit Mühe und Not ein paar Zahlen sagen konnte.
Philipp, Martín und Icke mit neu erworbenem Mützgut.
Den Abend ausklingen lassen haben wir dann in einer geschmeidigen Bar namens "Revolución".
Kumpel Martín, seine Freundin Itzel, Icke, Martíns Schwester Christina, Felipe und Mandy.
Morgen folgt der Blogeintrag über Silvester bei meinem Kumpel Adrián in Comitán de Dominguez. Ich bin übrigens gerade in Tulum.
Dann werde ich anhand der Beweisfotos mal den Tathergang der vergangenen Stationen rekonstruieren. Wir waren stehengeblieben in San Cristóbal de las Casas...
Die alte Tuxtla-Besatzung (Christina, Martín, Itzel, Manfred, Philipp und Icke) haben uns also aufgemacht, eine Nacht in San Cristóbal zu verbringen. Sie kannten da jemanden mit Hotel, sodass wir für 50 Pesos (rund drei Euronen) pro Nase dort nächtigen konnten. Außer dem Schimmel an den Wänden und dem daraus resultierenden muffigen Geruch hat auch alles gepasst. Und selbst der hatte was komödiantisches, denn wann bittet man schonmal jemanden zu pupsen, damit es danach besser riecht im Raum?! :)
Aber nun wie angekündigt zu den Beweisfotos. Da ein Tag schnell rum ist - und ich 2003 auch schon einmal in San Cris war - beschränke ich mich auf Stadt, Markt und Bar:
Tick, Trick, Track und Icke auf dem Zócalo von San Cris
Blick auf das hauptsächlich von Mayas bewohnte Hochland von Chiapas
Ein Kathedrale wie gemalt - mit Martíns Schwester Christina und mir
Am Abend sind wir dann auf einen Markt gegangen. Auch wenn immer Vorsicht geboten ist, wenn man Indígenas fotografiert, weil viele glauben, dass man ihn mit einem Bildnis die Seele stielt, so habe ich es dennoch gewagt:
Martín habe ich einmal vorgeschickt, um zu fragen, wie teuer denn ein spezieller Pullover sei. Ihm hat die Frau gesagt, er koste 70 Pesos, aber mit einem Rabatt bekomme er ihn auch für 60. Kurze Zeit später bin ich zum selben Stand und die Frau wollte mit den Pullover gleich einmal für 80 verkaufen. Zwar hat sie, als ich ihr sagte, dass sie meinem mexikanischen Kollegen den gleichen Pulli für 60 verkauft hätte, ihn auch mir für 60 angeboten, aber ich habe ihn trotzdem an einem anderen Stand gekauft, weil mir ihre Größen nicht gepasst haben.
Insgesamt macht es auch viel mehr Spaß zu verhandeln und zu plaudern als damals, als ich gerade mit Spanisch angefangen habe und mit Mühe und Not ein paar Zahlen sagen konnte.
Philipp, Martín und Icke mit neu erworbenem Mützgut.
Den Abend ausklingen lassen haben wir dann in einer geschmeidigen Bar namens "Revolución".
Kumpel Martín, seine Freundin Itzel, Icke, Martíns Schwester Christina, Felipe und Mandy.
Morgen folgt der Blogeintrag über Silvester bei meinem Kumpel Adrián in Comitán de Dominguez. Ich bin übrigens gerade in Tulum.
Samstag, 1. Januar 2011
Feliz Año Nuevo 2011
All meinen Lieben zuhause und auf der ganzen Welt möchte ich ein gesundes, fröhliches und erfolgreiches neues Jahr 2011 wünschen!
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